Deutsch-Französischer Tag 2024: Wir mischen uns ein – über alle Grenzen hinweg!

Literatur und Engagement im Zeichen der deutsch-französischen Geschichte Indem er sich einmischt, den Mund aufmacht, Tacheles redet, im Streben nach Veränderung und im Drang, politisch handeln zu wollen, kann der Mensch zu Solidarität mit anderen, mit Gleichgesinnten gelangen: „Ich empöre mich, also sind wir“, heißt es dementsprechend schon bei Albert Camus in seinem Essay L’homme revolté / Der Mensch in der […]

Frieden ist möglich

Im Oktober vor 375 Jahren wurde in Münster und Osnabrück der Westfälische Frieden besiegelt und verkündet. Vor allem über mühsame Verhandlungen konnte der grausame, in ganz Europa zerstörerische Dreißigjährige Krieg beendet werden. Frieden war wieder möglich geworden. Heute ist das Ringen darum wieder sehr nötig. „Gestern wird sein, was morgen gewesen ist. Unsere Geschichten von […]

Sommer-Journal 2023

Von Albrecht Dürer gibt es eine Zeichnung “Selbstbildnis, krank”, die – um 1509/11 entstanden – zum Kupferstichkabinett der Kunsthalle Bremen gehört. Eben diese Kunsthalle zeigt vom 6. Juli 2022 an die Ausstellung “Manns-Bilder. Der männliche Akt auf Papier”, in der Dürers Selbstbespiegelung zu sehen sein wird. Den Hinweis auf die kommende Präsentation geben wir an dieser Stelle sehr gerne, zumal wir uns der Kunsthalle freundschaftlich verbunden fühlen. In deren Obhut befinden sich 77 Calcutta-Zeichnungen, die Günter Grass während seines Indienaufenthaltes 1986 anfertigte und die der Stadt Bremen gehören. Der leidende Renaissancemaler Dürer interessiert uns aber noch aus einem anderem Grund, nämlich im Zusammenhang mit dem nun 50 Jahre alten “Tagebuch einer Schnecke” von Günter Grass.

Ball, Bewegung und Belletristik

Der Schriftsteller Günter Grass begeisterte sich für Fußball. In seinem Werk „Mein Jahrhundert“ widmete er drei seiner Geschichten dem runden Leder. Der Erzählband ist nun Ausgangspunkt der Ausstellung „Mein Fußballjahrhundert“ in der Unteren Rathaushalle Bremen, die bis zum 6. August 2023 von 12 von 19 Uhr täglich geöffnet ist. Dass Grass vor allem auch das […]

Bertolt Brecht zu Ehren

Das bekommt nicht jede/r: eine eigene Briefmarke und eine 20-Euro-Gedenkmünze. Der damit bedacht wird, ist ein hochaktueller Klassiker, Bertolt Brecht, dessen Geburtstag sich am 10. Februar 2023 zum 125. Mal jährt. Die Günter Grass Stiftung Bremen erinnert an den Dramatiker, auch mit einem beinahe-fiktiven Gruß von Günter Grass. Am Schluss des Brecht’schen Schauspiels „Der gute […]

Sommer-Journal 2022

Von Albrecht Dürer gibt es eine Zeichnung “Selbstbildnis, krank”, die – um 1509/11 entstanden – zum Kupferstichkabinett der Kunsthalle Bremen gehört. Eben diese Kunsthalle zeigt vom 6. Juli 2022 an die Ausstellung “Manns-Bilder. Der männliche Akt auf Papier”, in der Dürers Selbstbespiegelung zu sehen sein wird. Den Hinweis auf die kommende Präsentation geben wir an dieser Stelle sehr gerne, zumal wir uns der Kunsthalle freundschaftlich verbunden fühlen. In deren Obhut befinden sich 77 Calcutta-Zeichnungen, die Günter Grass während seines Indienaufenthaltes 1986 anfertigte und die der Stadt Bremen gehören. Der leidende Renaissancemaler Dürer interessiert uns aber noch aus einem anderem Grund, nämlich im Zusammenhang mit dem nun 50 Jahre alten “Tagebuch einer Schnecke” von Günter Grass.

Frühjahrs-Journal 2022

Der Krieg gegen die Ukraine überrollt gerade die Generation, die den Zweiten Weltkrieg miterlebt hat, legt lange Verdrängtes, fast schon Vergessenes in der Seele frei. Doch Unruhe und Beklemmung haben sich inzwischen überall eingenistet; die Situation ist zum Verzweifeln. Da möchte man “entfliehen” (und schämt sich für die Wortwahl, wenn man an die vielen Flüchtlinge in diesen Tagen denkt) – zumindest eine Weile nichts hören und sehen vom realen Geschehen. Die Erzählung “Das Treffen in Telgte” von Günter Grass ist etwas, das einen weit fortträgt – in eine andere Zeit, die ebenfalls noch kriegerisch ist, gewiss, aber auch das Leben feiert, mit Lust und Geist und mancherlei Derbem. Es ist das Jahr 1647; in einem fiktiven Treffen von deutschen Barockdichtern und Gelehrten in Telgte bei Osnabrück tauschen sich die Künstler über ihre Arbeiten aus, diskutieren ihre Machtlosigkeit in der Gesellschaft und ringen sich am Ende zu einem gemeinsamen Friedensappell durch…

Winter-Journal 2021

Fühlen Sie sich auch gerade wie aus der Zeit gefallen, aufgefangen in einem Beinahe-Stillstand? Die Pandemie mag da als Verstärker dienen, aber schon lange vor Corona war das Phänomen des stillen “Zwischen den Jahren” immer wieder spürbar. Selten zieht uns der Müßiggang so umfassend in seinen Bann wie zwischen Weihnachten und Neujahr – bis zum 6. Januar. Das Innehalten hat Tradition, beziehungsweise ist seit Jahrhunderten Brauch, entstanden aus der Erkenntnis, dass das Mondjahr nur 354 Tage hat, der Kalender allerdings 365; elf Tage verflüchtigten sich. Die Differenz, die uns Mond und Sonne (und die unterschiedlichen astrologischen und christlichen Festlegungen des Jahreswechsels) bescheren, muss die Menschen seit Gedenken beunruhigt und zu allerlei Aberglauben beigetragen haben. Die sagenhaften Rauh- oder auch Rauchnächte, in denen uns vermeintlich Geister und Dämonen aus einer anderen Welt heimsuchen, werden heute noch in manchen Gegenden Deutschlands mit leichtem Gruseln beachtet. Um die Außerirdischen ja nicht zu reizen, ziehen sich die Erdenbürgerinnen und auch die Erdenbürger leise zurück und tun lieber nix. 

Herbst-Journal 2021

Glück ist kein Dauerzustand, manchmal sogar sehr flatterhaft. Im Glück kann man sich nicht einrichten, aber schöne Momente und Emotionen wahrnehmen. In späteren Jahren hat Grass Glück im Tanzen mit seiner Frau Ute gefunden und durch seinen gelungenen Kopfstand, mit dem er an besonderen Geburtstagen die Familie überraschte. In seinem Gedicht “Nach Mitternacht” heißt es am Ende…

Sommer-Journal 2021

Bei Nacht sind alle Katzen grau, heißt ein Sprichwort. Aber dafür kann die Katze nichts, sondern allein der Mensch, weil sein Auge in der Dunkelheit nur unterschiedliche Grautöne wahrnimmt. Nun gut, jetzt ist Sommer, die Dunkelheit seltener, das Graue die Ausnahme. Wie der Mensch fühlt sich die Katze bei warmen Temperaturen wohl, liebt es, sich die Sonnenstrahlen auf den Pelz strahlen zu lassen. Eine besondere Beziehung zu Katzen hatte der Lyriker Erich Fried. Eines Tages, so erinnerte sich der Literaturwissenschaftler Wieland Schmied, hätten sich durch den offenen Spalt der Küchentür in Frieds Londoner Haus in wenigen Minuten vierzehn oder fünfzehn Katzen geschlängelt – als ob alle Katzen der Nachbarschaft auf diesen Moment gewartet hätten. Der Dichter stellte ihnen der Reihe nach Schalen mit Milch hin. Wieland Schmied: “So ist seine Tür immer offen gewesen, und er hat … alle aufgenommen, die zu ihm kamen, ihnen Kost, Quartier und Zuspruch gegeben, allen, die irgendwie krank, verfolgt, ohne Unterkunft waren. … An diesem Abend waren es nur Katzen.” Auch diese Episode ist Bestandteil unserer 3D-Ausstellung “Ich soll mich nicht gewöhnen”, die Sie noch bis einschließlich 25. Juni 2021 in unserer Grass Galerie Digital erleben können.