Literaturnobelpreisträger

GÜNTER GRASS
Autor und Multitalent

GÜNTER GRASS

Günter Grass erhielt im Jahr 1999 den Nobelpreis für Literatur.

Günter Grass war ein deutscher Schriftsteller, Bildhauer, Maler, Graphiker und politisch engagierter Bürger. Bei seinem Besuch im Medienarchiv Günter Grass Stiftung Bremen im November 2010 vermerkte er im Gästebuch: „Hier bin ich gut aufgehoben, vielen Dank. Günter Grass“.
Günter Grass
Blitzlichter einer spannungsreichen Beziehung

Günter Grass und die Freie Hansestadt Bremen: Ablehnung und Versöhnung

9. Bremer Literatur Preis
Die vom Senat berufene Jury aus: Manfred Hausmann, Conrad Heinemann, Rudolf Hirsch, Erhart Kästner, Eberhard Lutze, Rolf Schroers, Erich Traumann, Benno von Wiese beschließt, Günter Grass den Bremer Literaturpreis für „Die Blechtrommel“ zu verleihen.
Anfang Dezember
1959
Ablehnung des Vorschlags
Der Senat distanziert sich und beschließt, den Vorschlag der Jury wegen der »literarischen Beschreibung (…) von Ekel und Sexualität, Tod und Blasphemie« in diesem Buch abzulehnen. Düpiert verlassen die Kuratoriumsmitglieder Rudolf Hirsch, Erhart Kästner und Benno von Wiese das Gremium.
Mitte Dezember
1959
Gründung der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung
Nach 15-monatiger Beratung beschließt der Senat, für die Vergabe des Bremer Literaturpreises eine Senats-Stiftung zu gründen, die von nun an in voller Unabhängigkeit den Preis verleihen soll.
11. April
1961
Pressekonferenz von Günter Grass in Bremen zum Abschluss seiner Wahlkampfreise
Nach der Cloppenburger Rede vor 3500 Teilnehmern seines „Wahlkampfs auf eigene Faust“ für Willy Brandt wandte sich Günter Grass am Folgetag in Bremen an die Öffentlichkeit. Er war bei diesem letzten von 52 Auftritten (Grass: In Cloppenburg befinde sich die SPD in der Diaspora) niedergeschrien und mit Obst, Gemüse und Eiern beworfen worden.
15. September
1965
Wahlkampfrede auf Einladung der Jusos in der SPD Bremen
Schriftsteller spricht vor Erstwählern im Kongressaal der Stadthalle.
1971
Wahlkampf in Bremen
Henning Scherf, Sozialsenator und Mitglied des SPD-Landesvorstands, lädt Günter Grass als Unterstützer des Wahlkampfes gegen Franz-Josef Strauß ein.
1979
„Mit Bremen ausgesöhnt: Literaturpreis-Desaster nicht vergessen
– Aber Lob für die Solidarność-Hilfe“ so übertiteln die Bremer Nachrichten eine Stellungnahme von Günter Grass.
Dass die unter Kriegsrecht in Bremen gestrandeten Danziger Arbeiter der Lenin-Werft – sieben Mitglieder der Solidarność – in Bremen beherbergt und von Bürgermeister Hans Koschnick und der Bremer Politik nachhaltig unterstützt werden, versöhnt Günter Grass mit Bremen. Grass wie Koschnick werden später beide Ehrenbürger der polnischen Hafenstadt: Grass als gebürtiger Danziger, Koschnick für die Begründung der Städtepartnerschaft 1976.
03. Mai
1982
„Unkenrufe“
– eine Koproduktion von Radio Bremen mit dem wenig später privatisierten (und damit öffentlich-rechtlich abgeschalteten) Sender RIAS 2 in Berlin
Beginn der Zusammenarbeit mit Radio Bremen als seinem „Heimat-Sender“ für Werkstattgespräche und Lesungen.
1992
„Mein Jahrhundert“
Lesung im Bremer Rathaus und Initialzündung zur Gründung der Bremer „Günter Grass-Stiftung“ als einer Art „Wiedergutmachung“ für die Schmähung der Nicht-Verleihung des Literaturpreises
21. Dezember
1999
Über Zeichnen und Schreiben
Eine Dokumentationsausstellung des Goethe-Instituts über den vielseitigen Günter Grass im Haus der Bremischen Bürgerschaft, Landtag der Freien Hansestadt Bremen
01. September
2000
Günter Grass will Hasan helfen
Grass unterzeichnet mit anderen Intellektuellen eine Patenschaftserklärung für einen 18-jährigen von Abschiebung bedrohten Kurden, dem die Bremer Friedensgemeinde Kirchenasyl gewährt.
06. Oktober
2000
Gründung der „Günter-Grass-Stiftung-Bremen
– audiovisuelles Archiv und rezeptionsgeschichtliche Forschungsstelle”
Die Freie Hansestadt Bremen (Bürgermeister Dr. Henning Scherf), Radio Bremen (Intendant Dr. Heinz Glässgen) und der Steidl-Verlag in Göttingen (Daniela Hermes) unterzeichnen die entsprechende Vereinbarung.
20. Oktober
2000
Errichtung der „Günter Grass Stiftung Bremen“
Die Stifter Bernd Hockemeyer, Dieter H. Berghöfer, Radio Bremen, Kunst- und Kulturstiftung der Sparkasse Bremen und die Freie Hansestadt Bremen errichten per 11. Dezember 2001 die Stiftung, deren Satzung am 12.2.2002 von der Stiftungsaufsicht beim Senator für Inneres förmlich genehmigt wird.
2001/2002
Wahlkampf ohne Grass
Die Unterstützung durch den politischen Literaten ist im Wahlkampf der Bremer Sozialdemokraten nicht erwünscht….Die bereits erfolgte Anmietung des Schlachthofs für den Grass-Auftritt wird zurückgezogen.
2003
„Essen und Trinken im Werk von Günter Grass“
Kongress der Deutschen Akademie für Kulinaristik mit der Günter-Grass-Stiftung Bremen.
2006
Erste Verleihung des internationalen Albatros Literaturpreises der Günter Grass-Stiftung Bremen
Lídia Jorge (Autorin), Karin von Schweder-Schreiner (deren Übersetzerin), für ihr bisheriges Romanwerk. Der internationale Albatros Literaturpreis der Günter Grass-Stiftung Bremen wird in der Regel alle zwei Jahre vergeben.
2006
„Essen und Trinken im Werk von Günter Grass“
Kongress der Deutschen Akademie für Kulinaristik mit der Günter-Grass-Stiftung Bremen.
2006
Teilnahme des Literaturnobelpreisträgers an der 463. Schaffermahlzeit
Günter Grass ist „Premieren-Gast“ bei der Festrede von Frau Angela Merkel, der Bundeskanzlerin als erstem weiblichen Ehrengast des Benefizessens für Haus Seefahrt
08. Februar
2007
80. Geburtstag von Günter Grass
Internationaler Kongress: „MedienGrass“ in der Jacobs University Bremen.
28. bis 30. September
2007
Grass motiviert noch lebende Literatur-Nobelpreisträger
mit ihm gemeinsam im Bremer Rathaus zur weltweiten Finanzkrise die intellektuelle Stimme zu erheben. Radio Bremen, die Jacobs University Bremen, die Sparkasse Bremen, die „Zeit-Stiftung“ mit Michael Naumann und die Senatskanzlei bereiten das Treffen der Literaten, eine literarische Matinée und ein Besuchsprogramm der internationalen Gäste rund um den 1. Mai 2009 vor.
Grass fordert seine Kollegen zur „kritischen Dreinrede“ auf: Die Vorbereitungen für das dreitägige Symposium, das eine „Bremer Erklärung“ hervorbringen soll, sind weit gediehen. Allein die krankheitsbedingte Absage einiger Mitstreiter verhindert das Projekt quasi in letzter Minute. Grass will auf die Idee zurückkommen….
Januar - März
2009
…und die Welt hat nicht aufgepasst!
Ein nachdenkliches Kolloquium zur Erinnerung an den Kampf um die polnische Post in Danzig.
Hans Koschnick, Volker Schlöndorff und Botschafter a.D. Janusz Reiter / Polen diskutieren im Bremer Rathaus unter Moderation von Michael Naumann über den immerwährenden Apell aus Günter Grass Meisterwerk „Blechtrommel“ zur Erinnerung an den Kriegsbeginn vom 1. September 1939 in Polen.
18. August
2009
„Der politische Grass“
Anlässlich der Ausstellung von Bremischer Bürgerschaft und Günter-Grass-Haus/ Lübeck liest und signiert Günter Grass im Haus der Bürgerschaft aus „Grimm’s Wörter“.
30. November
2010
Gründungsversammlung des Vereins: „Audio Visuelles Archiv deutschsprachiger Literatur e.V.”
um die audiovisuellen Nach- und Vorlässe von anderen Autoren wie Christa Wolf, Siegfried Lenz, Adolf Muschg, Elfriede Jelinek und Martin Walser in Kooperation mit den ARD-Anstalten ebenfalls über das Günter Grass-Medienarchiv zu bewahren und erschließen. Günter Grass hat dies mit seinen literarischen Kollegen vorbereitet.
26. Juni
2014